Laut einer Medienmeldung fällt die Schule für Pflegeberufe, welche das Bethesdaspital führte, der Expansion des Beildungszentrums für Gesundheit zum Opfer. Als EVP-Grossrätin bedaure ich dies sehr. Die Basler Zeitung publizierte dazu meinen Leserbrief.
Zu kurzsichtig entschieden
Aus für private Pflegeschule; BaZ 6. 7. 11
Die Schliessung der Bethesda-Pflegeschule führt zu einem einseitigen Angebot an Ausbildungsstellen. Mit grossem finanziellen Aufwand wurde die «Megaschule» BZG (das staatliche Bildungszentrum Gesundheit) aufgebaut. Es wurde viel Geld in die Werbung für die neue Schule gesteckt, und man brauchte kein Prophet zu sein, um zu bangen um die Zukunft der bestehenden Schulen. Nun scheint das Ziel gewisser Kreise erreicht: nur noch eine grosse Schule wird Ausbildungsplätze für Pflegende anbieten in der Region. Kurzfristig fliesst weniger Geld in die Pflegeschulen. Beim BZG kann man das, so notwendig, rasch wieder aufstocken, bei der Bethesda-Schule sind Wiederbelebungsversuche dann zu spät. Dies ist mehr als schade. Eine kleine, aber feine Schule muss fusionieren. Ihre vor allem in ethischen Fragen grosse Kompetenz geht verloren. Bereits jetzt ist die Nachfrage nach Pflegenden gross. Besonders bedenklich stimmt, dass Ausbildungsplätze in den Spitälern fehlen, welche den theoretischen Unterricht ergänzen.
Diese kurzfristige Sparpolitik wird die Steuerzahler noch teuer zu stehen kommen. Jeder verlorene Ausbildungsplatz bedeutet später eine offene Stelle im Gesundheitswesen. Bestimmt wird man dann mit teuren Werbemassnahmen versuchen, junge Menschen für den Beruf im Pflegebereich zu begeistern und die Budgets für Ausbildungen aufstocken. Wieder einmal wurde zu kurzsichtig entschieden.
Annemarie Pfeifer, Basel, Grossrätin EVP